Interview mit
Uwe Zahn
Pfiff 01/06

 
 
 

 

 

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Beispielhafte Jugendarbeit beim SV Erlenbach

Beim SV Erlenbach wird seit Jahren in der Fußballabteilung Jugendarbeit auf einem sehr guten Niveau praktiziert. Die meisten Jugendmannschaften spielen in der Bezirksebene oder sogar darüber. Aus diesem Anlass sprach die Pfiff-Redaktion mit dem Jugendvorstand des SVE Uwe Zahn.

Pfiff: Bei euch sind momentan viele der Jugendmannschaften auf vorderen Tabellenplätzen positioniert. Wie sieht daher dein Ausblick für das Jahr 2006 aus?

U. Zahn: Wir erhoffen uns beim SVE in der A-Jugend den Klassenverbleib in der Bayernliga. Darüber hinaus stehen wir bei den B-Junioren in der Bezirksoberliga im oberen Mittelfeld und sind bisher ungeschlagen. Daher erachte ich hier eine Platzierung zwischen Rang 3 und 6 für absolut realistisch. In der C-Jugend belegt der SV Erlenbach derzeit den 1. Rang in der Kreisliga. Hier hoffen wir in dieser Spielzeit eine Meisterschaft einfahren zu können, damit in der Spielzeit 2006/2007 alle Jugend-Teams des SVE auf Bezirksebene spielen. Die D-Junioren kämpfen um den Klassenerhalt in der Bezirksoberliga, dieser scheint mir aufgrund der Leistungsstärke des Kaders möglich.

Pfiff: Habt ihr euch von Vereinsseite aus für das Jahr 2006 neben den sportlichen Erfolgen noch weitere Ziele in der Jugendarbeit gesetzt?

U. Zahn: Wir möchten im kommenden Jahr in unserer Jugendtrainingsarbeit ein neues Konzept einführen. Die A- und B-Junioren sollen kontinuierlich in drei Trainingseinheiten pro Woche gemeinsam von einem festen Trainerpool betreut werden. Wir versprechen uns davon eine noch bessere Entwicklung unserer talentierten jungen Spieler, da beispielsweise durch separate Trainingsgruppen die einzelnen Mannschaftsteile individueller ausgebildet werden können. Zur Realisierung benötigt man hier natürlich eine entsprechende Anzahl an qualifizierten Trainern. Wir hoffen für den SVE in diesem Bereich geeignete Übungsleiter gewinnen zu können, die auch den im Jugendfußball notwendigen Idealismus mitbringen. Eventuell soll die Ausweitung des Konzepts bis zu den C-Junioren erfolgen, um den einheimischen Talenten ein Höchstmaß an Förderung zukommen zu lassen. Für die Spielzeit 2006/2007 ist in Kooperation mit dem Hermann Staudinger Gymnasium eine Sportarbeitsgemeinschaft im Bereich der D-Junioren geplant. Durch freiwillige Übungseinheiten in den Nachmittagsstunden sollen junge Talente weiter voran gebracht werden.

Pfiff: Bei Spielklassen wie Bezirksoberliga oder Bayernliga im Jugendbereich liegt es auf der Hand, dass es nur mit einheimischen Spielern wohl nicht ausreicht. Wie geht ihr daher bei eurer Talentsichtung vor?

U. Zahn: Beim SV Erlenbach ist Michael Hilger in den letzten Jahren der Chef-Scout. Er schaut sich in den unterschiedlichen Spielklassen Jugendfußballer an, die zu uns passen könnten. In der letzten Spielzeit konnten wir so gerade bei den B-Junioren sehr gute Spieler für uns gewinnen.

Pfiff: Konkret nachgefragt, was bietet ihr als SV Erlenbach jungen Spielern und was muss ein Talent mitbringen um hier Fuß fassen zukönnen?

U. Zahn: Wir bieten jungen Spielern die Möglichkeit Spielpraxis in Fußballklassen mit sehr gutem Niveau zu sammeln. In unseren Jugendmannschaften können sich die jungen Talente des SVE gegen die besten fränkischen Spieler der Altersklasse aus Schweinfurt, Bamberg und Würzburg beweisen. Außerdem wird die Entwicklung eines einzelnen Spielers durch den Konkurrenzkampf in unseren ausgeglichen besetzten Jugendmannschaften weiter gefördert. Durch die kontinuierliche Trainingsarbeit kann jeder Spieler an seinen Schwächen arbeiten und sich weiterentwickeln. Spieler, die in der Vergangenheit unsere Jugendausbildung durchlaufen haben, konnten sich häufig auch in der ersten Mannschaft etablieren. Viele die nach der Ausbildung zu ihrem Heimatverein zurückwechselten, zählen dort heute zu den absoluten Leistungsträgern.

Talente die es beim SVE schaffen wollen, müssen in erster Linie einen absoluten Willen zur Leistungsbereitschaft mitbringen. Im Gegensatz zu unteren Spielklassen bedeuten die weiten Fahrten zu Auswärtsspielen und die häufigeren Trainingseinheiten einen klaren Mehraufwand. Interessierte Spieler können sich gerne mit mir unter Tel. 0171/5073780 in Verbindung setzen.

Pfiff: Vor einigen Jahren gingen der DFB und die Bundesliga Vereine mit einem neuen Nachwuchsförderungskonzept an den Start. Kann man sich als kleiner Verein bei den ganz Großen auch etwas in der Jugendarbeit abschauen?

U. Zahn: Generell kann man sich bei den Bundesliga Vereinen immer irgendetwas abschauen. Wir versuchen beim SVE, wie vorhin schon angekündigt, mit unserem Trainerpool-Konzept neue Wege zu gehen. Davon versprechen wir uns eine bessere taktische und technische Ausbildung jedes einzelnen Spielers, und als Resultat eine bessere Mannschaftsleistung. Durch dieses Konzept erhoffen wir uns unsere Eigenständigkeit zu sichern, denn Fusionen im Jugendspielbetrieb beinhalten auch immer gewisse Gefahren und Risiken.

Pfiff: Wünscht man sich als Jugendvorstand manchmal mehr Unterstützung vom Umfeld, oder läuft dies bereits gut bei euch?

U. Zahn: Um in Zukunft einen weiteren Schritt nach vorne machen zu können, wäre eine Unterstützung in der Jugendarbeit durch weitere Sponsoren ein klarer Vorteil. Aber auch engagierte Eltern sind natürlich jederzeit willkommen.

Pfiff: Wie oben bereits erwähnt spielen die meisten Jugendmannschaften von der Bezirksebene aufwärts daher die Frage, wie bewältigt ihr beim SV Erlenbach den enormen logistischen Aufwand?

U. Zahn: Da wir seit längerer Zeit auch in der Jugend weitere Fahrten zu Auswärtsspielen auf uns nehmen müssen, haben wir uns vor einigen Jahren einen Kleinbus angeschafft. Meist muss dann noch ein zusätzliches Fahrzeug gemietet werden. In der Bayernliga setzen wir bei den weitesten Reisen sogar einen Reisebus ein. Bei den niedrigeren Altersgruppen, wie der D-Jugend, kommen uns auch häufig Spielereltern entgegen, die ihre Kinder auf den Auswärtsfahrten begleiten. Hierfür an dieser Stelle herzlichen Dank!

Pfiff: Abschließend die Frage was wünschst du dir als Jugendvorstand am meisten für das Sportjahr 2006?

Nach der unglücklich verlaufenen Vorrunde der ersten Mannschaft erhofft man sich natürlich eine positivere Entwicklung in der Rückrunde. Damit für die nächste Saison die Weichen gestellt werden können. Im Jugendbereich wünsche ich mir, dass die oben erwähnten Ziele möglichst alle realisiert werden. Ganz besonders wichtig für eine kontinuierliche Weiterentwicklung in der Jugendarbeit beim SVE ist der Klassenerhalt in der A-Jugend Bayernliga. Dadurch ergibt sich eine echte Chance, Talente zu gewinnen, die bisher andere Vereine vorgezogen haben. Weiter wünsche ich mir, dass möglichst viele Jugendspieler den Sprung in die erste Mannschaft schaffen und sportliche Argumente bei Verbleibsentscheidungen im Vordergrund stehen.

Der SV Erlenbach veranstaltet am 14.01.2006 in der Barbarossa Halle ein U 17 und U 19 Hallenfußballturnier. Hierzu sind alle Pfiff-Leser recht herzlich eingeladen.
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Bild 1: Uwe Zahn Jugendvorstand des SV Erlenbach im Gespräch mit der Pfiff-Redaktion

Bild 2: Murat Coskun erwartet den Ball, gegen Quelle Fürth

Bild 3: Igor Stapp im Spiel der A-Jugend ebenfalls im Spiel gegen Quelle Fürth

 

 

 

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