Interview über das Jugend-
förderkonzept beim SVE
Pfiff 05/06

 
 
 

 

 

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SV Erlenbach stellt neues Junioren-Förderkonzept vor

Erfolgreiche Nachwuchsarbeit hat beim SV Erlenbach seit über 30 Jahren Tradition. Mit dem neuen Förderkonzept geht der Sportverein jetzt neue Wege. Pfiff wollte vom SVE-Jugendleiter Uwe Zahn wissen, was dieses Konzept beinhaltet, was es jungen Talenten bietet und welche Ziele es verfolgt.

Pfiff: Uwe Zahn, seit Jahrzehnten ist die erfolgreiche Jugendarbeit in der Region bekannt. Der SVE gilt als Talentschmiede des Landkreises Miltenberg.

Zahn: Der SVE um den damaligen Jugendleiter Kunnibert Zöller erkannte schon Ende der 60-er Jahre, wie wichtig die Nachwuchsförderung für einen Verein ist. Ein Ziel war und ist natürlich, den Nachwuchs an die I. Mannschaft heranzuführen. Die gute Jugendabteilung ist somit die Basis für den Erfolg und die Konstanz des Gesamtvereines.

Pfiff: Und funktioniert dies tatsächlich?

Zahn: Ja. 1977 stieg der SVE in die Landesliga auf, 1979 und 1980 war er in dieser damals vierthöchsten Spielklasse zweimal Vize-Meister. Die Mannschaft bestand zum Großteil aus Erlenbachern bzw. ehemaligen Jugendspielern. Seitdem spielt unsere I. Mannschaft insgesamt elf Jahre lang in der Landesliga oder eine Klasse darunter. Ein Hauptgrund für diese Kontinuität ist die erfolgreiche Nachwuchsarbeit. Und auch aktuell besteht über die Hälfte des I. Mannschaftskaders aus ehemaligen Jugendspielern.

Ein weiterer Aspekt ist uns wichtig: Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten sind wir finanziell unabhängiger als andere vergleichbare Vereine. Und wenn die I. Mannschaft nächste Saison in die Bezirksoberliga muss, so baut der Verein beim Neuaufbau auf sieben eigene U19-Bayernliga-Spieler.

Pfiff: Welche Erfolge kann die Juniorenabteilung des SV Erlenbach vorweisen?

Zahn: Die A-Jugend (U19) wurde 1976 Bayernpokalsieger, 2003 unterfränkischer Pokalsieger und stand im bayerischen Pokalfinale. Des Weiteren stieg die U19 insgesamt fünfmal - zuletzt 2005 - in die Junioren-Bayernliga auf. Dies ist die nach der Junioren-Bundesliga zweithöchste Spielklasse.

Die B-Jugend spielt seit Jahren in der höchsten unterfränkischen Liga, der Bezirksoberliga. Insgesamt fünf SVE-Jugendmannschaften waren 2005 Meister, womit dies eines der erfolgreichsten Jahre der Vereinsgeschichte war.

Pfiff: In welchen Ligen spielen die Junioren-Mannschaften aktuell?

Die U19 spielt in der Bayernliga und hat beste Chancen, den Klassenerhalt zu schaffen. Die U17 spielt in der Bezirksoberliga um den Aufstieg in die Bayernliga. Die U15 ist seit Anfang der Saison Tabellenführer in der Kreisliga und möchte die Meisterschaft und den damit verbunden Aufstieg in die Bezirksobeliga schaffen. Die U13 spielt in der Bezirksoberliga mit realistischem Ziel Klassenerhalt.

Pfiff: Zwischen Alzenau und Wertheim gibt es - neben dem Oberliga-Nachwuchs von Viktoria Aschaffenburg - keine erfolgreichere Jugendarbeit als beim SVE. Wieso stellt der SVE jetzt ein Junioren-Förderkonzept vor?

Zahn: Kurz gesagt: Stillstand ist Rückschritt.

Wenn wir uns heute nicht verändern und ausruhen, dann können wir dieses Niveau mit unseren sehr engagierten ehrenamtlichen Trainern und Betreuern vermutlich nicht halten. Wir sehen bereits heute und in naher Zukunft verstärkt den Mangel an ehrenamtlichen Trainern und Betreuern.

Gleichzeitig bieten private Fußballschulen meist qualifiziertes und kostenpflichtiges Training an. Dies kann die Vereinsarbeit zwar maximal ergänzen, jedoch wird dadurch die Anspruchslatte der Jugendlichen und von deren Eltern an die Vereine sehr hoch gelegt.

Jugend-Fußballgemeinschaften (JFGs) können bei Spielermangel eines einzelnen Vereins eine Lösung sein. Es beinhaltet meiner Meinung nach auch gewisse Risiken und nicht automatisch nachhaltigen Erfolg und optimale Förderung junger Talente.

Auf der anderen Seite gibt es Chancen, die noch nicht richtig genutzt werden. So gibt es kaum eine Zusammenarbeit zwischen Schule und Vereinen.

Der Sportlandkreis Miltenberg hat vereinseigene und erfolgreiche Handball-Leistungszentren, jedoch noch kein Fußball-Förderzentrum.

Fazit: Wir als SVE wollen auf die anstehenden Probleme mit dem Förderkonzept eine Antwort geben und damit neue Wege gehen.

Pfiff: Wie sieht das Junioren-Förderkonzept konkret aus?

Zahn: Das Konzept besteht aus zwei Teilen:

U19/U17-Pool

Kooperation Schule-SVE

Der U19/U17-Pool beinhaltet Folgendes:

· Beide Mannschaften werden zum Großteil gemeinsam und dreimal die Woche trainieren.

· Die Leitung des Pools übernimmt der U19-Coach in enger Zusammenarbeit mit dem U17-Coach.

· Die Trainer werden qualifizierte, d. h. ausgebildete Trainer mit Trainerschein sein.

· Spezialtraining zur Förderung, z. B. der vernachlässigten Bereiche wie Taktik oder Koordination, wird ein Hauptbestandteil sein.

· Ein einheitliches Spielsystem U17/U19 wird in einen zweiten Schritt angestrebt.

Zum anderen wird der SVE mit den Schulen zusammenarbeiten:

· Der SVE möchte im Rahmen des Schul-Programms „Sport nach Eins“ in Zusammenarbeit mit Grund-, Hauptschule und Gymnasium allen Altergruppen zusätzliches Fußball-Training anbieten.

· Ein weiteres Ziel ist es, für fußballbegeisterte Schüler im Alter von 13 bis 15 Jahren im Gymnasium Erlenbach einen Schul-Stützpunkt anzubieten.

Pfiff: Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Konzept?

Zahn: Wir möchten die Ausbildung und die Trainingsmöglichkeiten noch weiter verbessern. Damit werden wir die Erlenbacher und die besten Talente des Landkreises Miltenberg noch besser fördern. Somit sichern wir auch den Nachwuchs für unsere I. Mannschaft.

Pfiff: Welche Vorteile haben die jugendlichen Talente davon?

Zahn: Qualifzierte Förderung durch ausgebildete Trainer sowie die Chance, beim SVE später bei den Aktiven in der Bezirksoberliga oder Landesliga zu spielen. Die meisten ehemaligen SVE-Jugendspieler bleiben übrigens lange bei den Aktiven. Manche Spieler werden auch von noch höherklassigeren Vereinen entdeckt.

Pfiff: Gibt es schon konkrete Trainernamen?

Zahn: Wir führen natürlich bereits Gespräche mit verschiedenen qualifizierten Kanditaten für U19 und U17. Namen geben wir erst bekannt, wenn alles 100 % fix ist. (Stand 20.April, Anmerkung Redaktion).

Pfiff: Trägt der Verein allein die Aufwendungen für das Förderkonzept?

Zahn: Wir möchten auch die Eltern ermuntern, sich aktiv zu beteiligen, sei es z. B. zweimal pro Jahr als Fahrer bei Auswärtsfahrten oder als Betreuer. Jede Form der Unterstützung ist gern gesehen.

Pfiff: Wird der SVE auch durch Sponsoren unterstützt?

Zahn: Wir wünschen uns für die Umsetzung des Konzeptes weitere Unterstützung durch Sponsoren, die damit die erfolgreiche und engagierte Juniorenförderung des SV Erlenbach honorieren. Hierfür bietet der SVE diesen Partnern Werbemöglichkeiten, z. B. können sich diese Unternehmen und ihre Produkte bei Heimspielen - auch bei der I. Mannschaft - präsentieren. Werbung per Stadionlautsprecher, Anzeigen im Stadionheft, Banden- oder Trikotwerbung. Und es gibt weitere vielfältige Möglichkeiten. Wir gehen hier auf die Wünsche des Partners ein.

Pfiff: Wenn sich Spieler oder deren Eltern für dieses Förderkonzept und für einen möglichen Wechsel zum SVE interessieren, an wen können sie sich wenden?

Zahn: Einfach anrufen bei Uwe Zahn, Mobil 0171/ 88 23 30 8, oder eine E-Mail an uwe. zahn@sv-erlenbach.de schicken.

Pfiff: Wir bedanken uns für das Interview und wünschen dem SVE viel Erfolg.

Zum gleichen Thema hier ein weiterer Artikel (Pfiff Juni 2006)

 

 

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