Interview der
Pfiff-Redaktion mit dem ersten Vorsitzenden Udo Berninger
Pfiff: Wie ist die genaue Funktionsbeschreibung
des Teammanagers in eurem Verein?
U. Berninger:
Das Aufgabengebiet umfasst bei uns die Vermarktung und
Präsentation des Vereins für eine breitere Öffentlichkeit. Darüber
hinaus werden nach der Winterpause Veranstaltungen und Events als
Rahmenprogramm bei den Heimspielen der Landesligamannschaft
durchgeführt. Der Teammanager arbeitet eng mit der Jugendabteilung
zusammen. Wir versuchen die besten Talente im Landkreis für uns zu
gewinnen, da wir sehr gute Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung
stellen können. Außerdem gibt es bei uns die Perspektive immer in
einer sehr guten Spielklasse aktiv zu sein.
Pfiff: Die Landesliga-Mannschaft des SV
Erlenbach hat in diesem Jahr ein ziemliches auf und ab erlebt.
Nachdem für viele überraschenden Klassenverbleib im Sommer 2005,
steht man derzeit an letzter Stelle der Tabelle. Wo siehst du die
Hauptursachen für die negative Entwicklung?
U. Berninger:
Diese Spielzeit gestaltet sich bisher so schwierig, da bei uns
permanent 3-4 Stammkräfte verletzungsbedingt ausfallen.
Erschwerend kommt hinzu, dass Andreas Deckelmann und Carlo Rittger
momentan einen Auslandsaufenthalt im Rahmen ihres Studiums
absolvieren. Einige talentierte Neuverpflichtungen mussten sich
auch erst an die hohe Spielklasse gewöhnen. Insgesamt ist unsere
Spielerdecke etwas zu dünn für eine Spielklasse wie die
Landesliga. Hier wird den Spielern schon allerhand abverlangt,
außerdem haben viele Konkurrenten bessere finanzielle
Möglichkeiten.
Pfiff: Vor der Spielzeit verließen viele
Leistungsträger aus der ersten Mannschaft den Verein. Würdet ihr
aus heutiger Sicht manche Entscheidungen aus der
Saisonvorbereitung/Personalplanung anders treffen?
U. Berninger:
Natürlich ist man im Nachhinein schlauer. Trotzdem würden wir
viele Entscheidungen wieder genauso treffen. Einige Planungen
würden jedoch mit dem Wissen von heute auch anders ausfallen. Man
darf nicht vergessen, dass eine gute Landesligamannschaft auch
immer mit den finanziellen Möglichkeiten des Vereins
zusammenhängt. Wir versuchen stets mit Augenmaß zu wirtschaften,
und müssen das Wohl des gesamten Vereins im Blick haben. Viele
Spieler der letztjährigen Mannschaft haben uns verlassen, weil sie
bessere finanzielle Angebote von anderen Vereinen hatten. Wir
gehen bei den Verhandlungen mit Spielern schon bis an unsere
finanzielle Schmerzgrenze, sind aber nicht bereit unüberschaubare
Risiken einzugehen. Der SV Erlenbach wird daher auch in Zukunft in
erster Linie auf junge ehrgeizige Talente setzen.
Pfiff: Ist der Klassenverbleib noch ein Thema
oder fokussiert ihr euch bereits auf die Planung der nächsten
Spielzeit?
U. Berninger: Im
Fußball ist, wie die Vergangenhit gezeigt hat, vieles möglich.
Daher bin ich nach wie vor optimistisch. Nach der Winterpause
stehen uns auch wichtige Säulen der Mannschaft, wie Andreas
Deckelmann, Carlo Rittger, Marco Lohr und Thorsten Konrad wieder
zur Verfügung. Natürlich gehen wir nicht blauäugig durch die Welt,
daher planen wir von Vereinsseite schon zweigleisig. Der SV
Erlenbach wird egal in welcher Spielklasse auch nächstes Jahr
wieder eine schlagkräftige Mannschaft haben.
Pfiff: Sind für die Winterpause zusätzliche
Verstärkungen/Veränderungen geplant?
U. Berninger:
Wir werden mit Sicherheit nicht in Aktionismus verfallen. Wenn
sich Möglichkeiten ergeben muss man sehen, ob man den Spielerkader
noch verstärken kann.
Pfiff: Seid ihr mit dem bisherigen
Zuschauerzuspruch bei den Landesliga-Heimspielen zufrieden?
U. Berninger: An
dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei den treuen SV
Erlenbach-Fans bedanken, die die Mannschaft sowohl bei den
Heimspielen als auch bei den weiten Auswärtsfahrten toll
unterstützen. Trotz des mäßigen Tabellenstandes sind wir mit dem
bisherigen Zuspruch zufrieden, wir bewegen uns im kalkulierten
Schnitt. Da unsere Heimspiele Samstags statt finden, dürfen wir
auch immer viele Zuschauer aus der näheren Umgebung begrüßen.
Pfiff: Die 2. Mannschaft belegt derzeit einen
Mittelfeld-Platz in der Kreisklasse Aschaffenburg 3. Damit kann
man wohl als Vorsitzender zufrieden sein. Wie siehst du die
Funktion der 2. Mannschaft für den SV Erlenbach?
U. Berninger:
Die 2. Mannschaft ist der wichtige Unterbau für das
Landesliga-Team. Hier erfolgt die Endausbildung für junge Talente,
die den Sprung in die erste Mannschaft schaffen wollen. Unsere
Trainer Marcus Weiss und Peter Rittger legen auf eine gute
Ausbildung großen Wert, und arbeiten sehr gerne mit jüngeren
Spielern zusammen. Auch einige A-Jugend Spieler konnten hier schon
erste Erfahrungen sammeln. Aufgrund der vielen Verletzten in der
Landesliga-Mannschaft sind wir in der Kreisklasse mit den
gezeigten Leistungen sehr zufrieden.
Pfiff: Welche Erwartungen hast du hier für die
laufende Spielzeit?
U. Berninger:
Wenn die Verletzten in der ersten Mannschaft abnehmen, kann die
Qualität in der 2. Mannschaft nochmals verbessert werden. Das Team
hat auch in der Vorrunde schon gezeigt, dass man mit den
Spitzenmannschaften mithalten kann. Ich glaube in der Truppe ist
noch so viel Potential, dass wir zwischen Tabellenplatz 3 und 5
einlaufen werden.
Pfiff: Der SV Erlenbach stellt im Jugendbereich
die absolute Talentschmiede im Landkreis Miltenberg dar. In nahezu
allen Altersklassen spielt der Verein in sehr hohen Spielklassen.
Beispielsweise spielen die A-Junioren in der Bayernliga Nord und
die B- und D-Junioren in der Bezirksoberliga.
Wie fällt dein Jahresfazit bezüglich der gesetzten Ziele in der
Jugendarbeit und den realisierten Erfolgen aus?
U. Berninger:
Die A-Jugend belegt derzeit einen Mittelfeldplatz in der
Bayernliga. Nach dem Aufstieg war das vorrangige Ziel der
Klassenerhalt, daher sind wir hier momentan im Soll. Auch die
B-Junioren liegen derzeit auf einem vorderen Tabellenplatz in der
Bezirksoberliga. Die Mannschaft ist ungeschlagen, daher kann hier
möglicherweise noch eine Meisterschaft realisiert werden. Generell
stehen alle Jugendmannschaften des Vereins derzeit auf vorderen
Tabellenplätzen so dass im Sommer die ein oder andere
Erfolgsmeldung zu verzeichnen sein wird. Es sieht also im
Jugendbereich gut aus mit der Zielerreichung.
Pfiff: Wie sieht eure Philosophie in den
nächsten Jahren bezüglich der Integration von Jugendspielern in
die erste Mannschaft aus?
U. Berninger:
Wie auch in der Vergangenheit sollen auch in Zukunft möglichst
viele junge Talente den Sprung in unsere erste Mannschaft
schaffen. Basis dafür muss eine gute Ausbildung in den
unterschiedlichen Jugendabteilungen beim SV Erlenbach sein. Für
mich ist dies momentan absolut gewährleistet, da beispielsweise
die Bayernliga-Mannschaft der A-Junioren bereits 3
Trainingseinheiten pro Woche absolviert. So kann bereits in der
Jugendarbeit die konditionelle und technische Grundlage für den
Wechsel in den Aktiven-Bereich gelegt werden. Ich sehe auch dieses
Jahr wieder eine Reihe von Talenten, denen ich den Sprung in
unsere erste Mannschaft zutraue.
Ab Februar
erscheint in Pfiff eine exklusive monatliche Berichterstattung zum
SV Erlenbach. Interessierte Firmen, die den Verein aktiv
unterstützen möchten, können sich mit der Pfiff-Redaktion Tel.
09372/20659 in Verbindung setzen.
Der SV Erlenbach
wünscht allen Mitgliedern, Fans und Gönnern sowie den Pfiff-Lesern
ein Frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.