Pfiff Dez. 2005

 
 
 

 

 

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Halbzeitbilanz beim SV Erlenbach

Interview der Pfiff-Redaktion mit dem ersten Vorsitzenden Udo Berninger

Zukünftig gehen der SV Erlenbach und Pfiff-Herausgeber Georg Deisel gemeinsame Wege. Georg nimmt beim Landesligisten die neugeschaffene Funktion des Teammanagers ein. Aus diesem Anlass sprach die Pfiff-Redaktion mit dem ersten Vorsitzenden Udo Berninger über die erste Hälfte der Spielzeit 2005/2006 beim SV Erlenbach.

Pfiff: Was waren für euch die ausschlaggebenden Gründe für eine Zusammenarbeit mit Georg Deisel als Teammanager?

U. Berninger: Wir sahen die Chance mit Georg Deisel einen echten Vermarktungsprofi für unseren Verein zu gewinnen. Von Seiten des SV Erlenbach gab es bisher niemanden, der dieses Feld aus unterschiedlichen Gründen effektiv bearbeiten konnte. Mit Georg sehen wir zusätzlich die Möglichkeit die Leistungen und die Arbeit beim SV Erlenbach einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Außerdem überzeugte uns das Jugendscouting-Konzept mit dem unsere Jugendarbeit nochmals ausgebaut werden kann.

Pfiff: Wie ist die genaue Funktionsbeschreibung des Teammanagers in eurem Verein?

U. Berninger: Das Aufgabengebiet umfasst bei uns die Vermarktung und Präsentation des Vereins für eine breitere Öffentlichkeit. Darüber hinaus werden nach der Winterpause Veranstaltungen und Events als Rahmenprogramm bei den Heimspielen der Landesligamannschaft durchgeführt. Der Teammanager arbeitet eng mit der Jugendabteilung zusammen. Wir versuchen die besten Talente im Landkreis für uns zu gewinnen, da wir sehr gute Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen können. Außerdem gibt es bei uns die Perspektive immer in einer sehr guten Spielklasse aktiv zu sein.

Pfiff: Die Landesliga-Mannschaft des SV Erlenbach hat in diesem Jahr ein ziemliches auf und ab erlebt. Nachdem für viele überraschenden Klassenverbleib im Sommer 2005, steht man derzeit an letzter Stelle der Tabelle. Wo siehst du die Hauptursachen für die negative Entwicklung?

U. Berninger: Diese Spielzeit gestaltet sich bisher so schwierig, da bei uns permanent 3-4 Stammkräfte verletzungsbedingt ausfallen. Erschwerend kommt hinzu, dass Andreas Deckelmann und Carlo Rittger momentan einen Auslandsaufenthalt im Rahmen ihres Studiums absolvieren. Einige talentierte Neuverpflichtungen mussten sich auch erst an die hohe Spielklasse gewöhnen. Insgesamt ist unsere Spielerdecke etwas zu dünn für eine Spielklasse wie die Landesliga. Hier wird den Spielern schon allerhand abverlangt, außerdem haben viele Konkurrenten bessere finanzielle Möglichkeiten.

Pfiff: Vor der Spielzeit verließen viele Leistungsträger aus der ersten Mannschaft den Verein. Würdet ihr aus heutiger Sicht manche Entscheidungen aus der Saisonvorbereitung/Personalplanung anders treffen?

U. Berninger: Natürlich ist man im Nachhinein schlauer. Trotzdem würden wir viele Entscheidungen wieder genauso treffen. Einige Planungen würden jedoch mit dem Wissen von heute auch anders ausfallen. Man darf nicht vergessen, dass eine gute Landesligamannschaft auch immer mit den finanziellen Möglichkeiten des Vereins zusammenhängt. Wir versuchen stets mit Augenmaß zu wirtschaften, und müssen das Wohl des gesamten Vereins im Blick haben. Viele Spieler der letztjährigen Mannschaft haben uns verlassen, weil sie bessere finanzielle Angebote von anderen Vereinen hatten. Wir gehen bei den Verhandlungen mit Spielern schon bis an unsere finanzielle Schmerzgrenze, sind aber nicht bereit unüberschaubare Risiken einzugehen. Der SV Erlenbach wird daher auch in Zukunft in erster Linie auf junge ehrgeizige Talente setzen.

Pfiff: Ist der Klassenverbleib noch ein Thema oder fokussiert ihr euch bereits auf die Planung der nächsten Spielzeit?

U. Berninger: Im Fußball ist, wie die Vergangenhit gezeigt hat, vieles möglich. Daher bin ich nach wie vor optimistisch. Nach der Winterpause stehen uns auch wichtige Säulen der Mannschaft, wie Andreas Deckelmann, Carlo Rittger, Marco Lohr und Thorsten Konrad wieder zur Verfügung. Natürlich gehen wir nicht blauäugig durch die Welt, daher planen wir von Vereinsseite schon zweigleisig. Der SV Erlenbach wird egal in welcher Spielklasse auch nächstes Jahr wieder eine schlagkräftige Mannschaft haben.

Pfiff: Sind für die Winterpause zusätzliche Verstärkungen/Veränderungen geplant?

U. Berninger: Wir werden mit Sicherheit nicht in Aktionismus verfallen. Wenn sich Möglichkeiten ergeben muss man sehen, ob man den Spielerkader noch verstärken kann.

Pfiff: Seid ihr mit dem bisherigen Zuschauerzuspruch bei den Landesliga-Heimspielen zufrieden?

U. Berninger: An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei den treuen SV Erlenbach-Fans bedanken, die die Mannschaft sowohl bei den Heimspielen als auch bei den weiten Auswärtsfahrten toll unterstützen. Trotz des mäßigen Tabellenstandes sind wir mit dem bisherigen Zuspruch zufrieden, wir bewegen uns im kalkulierten Schnitt. Da unsere Heimspiele Samstags statt finden, dürfen wir auch immer viele Zuschauer aus der näheren Umgebung begrüßen.

Pfiff: Die 2. Mannschaft belegt derzeit einen Mittelfeld-Platz in der Kreisklasse Aschaffenburg 3. Damit kann man wohl als Vorsitzender zufrieden sein. Wie siehst du die Funktion der 2. Mannschaft für den SV Erlenbach?

U. Berninger: Die 2. Mannschaft ist der wichtige Unterbau für das Landesliga-Team. Hier erfolgt die Endausbildung für junge Talente, die den Sprung in die erste Mannschaft schaffen wollen. Unsere Trainer Marcus Weiss und Peter Rittger legen auf eine gute Ausbildung großen Wert, und arbeiten sehr gerne mit jüngeren Spielern zusammen. Auch einige A-Jugend Spieler konnten hier schon erste Erfahrungen sammeln. Aufgrund der vielen Verletzten in der Landesliga-Mannschaft sind wir in der Kreisklasse mit den gezeigten Leistungen sehr zufrieden.

Pfiff: Welche Erwartungen hast du hier für die laufende Spielzeit?

U. Berninger: Wenn die Verletzten in der ersten Mannschaft abnehmen, kann die Qualität in der 2. Mannschaft nochmals verbessert werden. Das Team hat auch in der Vorrunde schon gezeigt, dass man mit den Spitzenmannschaften mithalten kann. Ich glaube in der Truppe ist noch so viel Potential, dass wir zwischen Tabellenplatz 3 und 5 einlaufen werden.

Pfiff: Der SV Erlenbach stellt im Jugendbereich die absolute Talentschmiede im Landkreis Miltenberg dar. In nahezu allen Altersklassen spielt der Verein in sehr hohen Spielklassen. Beispielsweise spielen die A-Junioren in der Bayernliga Nord und die B- und D-Junioren in der Bezirksoberliga.
Wie fällt dein Jahresfazit bezüglich der gesetzten Ziele in der Jugendarbeit und den realisierten Erfolgen aus?

U. Berninger: Die A-Jugend belegt derzeit einen Mittelfeldplatz in der Bayernliga. Nach dem Aufstieg war das vorrangige Ziel der Klassenerhalt, daher sind wir hier momentan im Soll. Auch die B-Junioren liegen derzeit auf einem vorderen Tabellenplatz in der Bezirksoberliga. Die Mannschaft ist ungeschlagen, daher kann hier möglicherweise noch eine Meisterschaft realisiert werden. Generell stehen alle Jugendmannschaften des Vereins derzeit auf vorderen Tabellenplätzen so dass im Sommer die ein oder andere Erfolgsmeldung zu verzeichnen sein wird. Es sieht also im Jugendbereich gut aus mit der Zielerreichung.

Pfiff: Wie sieht eure Philosophie in den nächsten Jahren bezüglich der Integration von Jugendspielern in die erste Mannschaft aus?

U. Berninger: Wie auch in der Vergangenheit sollen auch in Zukunft möglichst viele junge Talente den Sprung in unsere erste Mannschaft schaffen. Basis dafür muss eine gute Ausbildung in den unterschiedlichen Jugendabteilungen beim SV Erlenbach sein. Für mich ist dies momentan absolut gewährleistet, da beispielsweise die Bayernliga-Mannschaft der A-Junioren bereits 3 Trainingseinheiten pro Woche absolviert. So kann bereits in der Jugendarbeit die konditionelle und technische Grundlage für den Wechsel in den Aktiven-Bereich gelegt werden. Ich sehe auch dieses Jahr wieder eine Reihe von Talenten, denen ich den Sprung in unsere erste Mannschaft zutraue.

Ab Februar erscheint in Pfiff eine exklusive monatliche Berichterstattung zum SV Erlenbach. Interessierte Firmen, die den Verein aktiv unterstützen möchten, können sich mit der Pfiff-Redaktion Tel. 09372/20659 in Verbindung setzen.

Der SV Erlenbach wünscht allen Mitgliedern, Fans und Gönnern sowie den Pfiff-Lesern ein Frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.

 

 

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