Main- Echo 16.06.04
 
 

 

 

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»Kein verflixtes siebtes Jahr«                                                                
                                                                                                                        
                                                                                            
                                                                                                
Erlenbach. Rechtzeitig zum 85-jährigen Bestehen haben sich die tüchtigen Kicker des SV Erlenbach selbst das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht: Sie wurden Meister in Unterfrankens Fußball-Bezirksoberliga (BOL) und steigen nach einem Jahr Abstinenz wieder in die Landesliga Nordbayern auf.                                                                                
Am Ende einer spannenden Saison hatten die Hufgard-Buben knapp die Nase vorn, gefolgt von Bayern Kitzingen. Mit Erlenbach wurde die Mannschaft mit den wenigsten Niederlagen (drei) und den wenigsten Gegentoren verdient Meister. 277 Fans besuchten im Durchschnitt die Heimspiele auf dem Waldsportplatz. Die Elf aus dem Mainstädtchen war daheim und auch in der Fremde am erfolgreichsten. 24 Aktive wurden eingesetzt. Insgesamt 15 Torschützen trafen 69-mal ins Schwarze. Am besten zielte Andreas Deckelmann (13 Treffer) vor Marco Trapp (11) und Ersoy Sepik(10).                    
                                                                                                
Jetzt will der Traditionsverein zum zehnten Mal in der »Nord« den Großen das Fürchten lehren. In jüngster Vergangenheit musste Erlenbach nach zwei Aufstiegen postwendend diese Klasse wieder verlassen. Dies soll beim dritten Versuch kein Thema sein. Nicht nur die 600 Mitglieder, darunter 270 Jugendliche, fiebern der Saison 2004/2005 entgegen. Das ganze Umland freut sich auf Bayern Hof, Würzburger FV, 1. FC Bamberg, FC Sand, Viktoria Kahl und Alemannia Haibach. Die Verantwortlichen lassen sich auch in der Landesliga auf keine finanziellen Abenteuer ein und planen mit einem Etat in Höhe von 60.000 Euro. Das ist exakt der gleiche Betrag wie vor zwei Jahren.                                                                                                                        
Für Trainer Joachim Hufgard - im sechsten Jahr in Erlenbach - galt es nach dem Abstieg aus Bayerns zweithöchster Amateurklasse, erst einmal einen weiteren Durchfaller zu verhindern. Die Truppe wurde optimal verstärkt und »schon während der Vorbereitungszeit hatte ich das Gefühl, wir können es wieder packen«. Die Balltreter um Kapitän Carlo Rittger mischten zu Beginn gleich vorne mit, fielen dann aber im Oktober 2003 mit fünf sieglosen Spielen in ein tiefes Loch. Meisterschaft ade? Denkste! Mit zähem Fleiß und unbändigem Kampfgeist kletterte das Team bis zur Winterpause auf den dritten Tabellenplatz. Erfolge gegen Kitzingen, Röthlein und Frammersbach ebneten im Frühjahr den Weg an die Spitze. »Der Zusammenhalt, die Kameradschaft und ein hervorragender Gemeinschaftsgeist waren die Grundlagen für den erneuten Titelgewinn in der BOL«, so Hufgard. 
                                                                                                
Auch in der Landesliga setzt Joachim Hufgard vorrangig auf das Kollektiv. Dem Hurrastil früherer Tage (»da mussten wir viel Lehrgeld bezahlen«) erteilt er eine klare Absage. Seine Elf hat noch immer Nachholbedarf, wenn sie ein Spiel machen soll. Deshalb lautet seine Taktik: Aus einer sattelfesten Abwehr mit schnellen Kontern die notwendigen Tore machen.              
Bei der Operation Klassenerhalt vertraut der Übungsleiter vor allem den Korsettstangen. Der 31 Jahre alte Ghanese Maik Osei ist auf dem Liberoposten einer der besten seines Fachs in dieser Klasse. Manndecker Carlo Rittger - der einzige, der seit Anfang der »Erlenbacher Aera Hufgard« dabei ist - kann der Truppe mit seiner Erfahrung viel helfen, ist mit 26 Jahren beileibe kein Greenhorn mehr. Bernhard Hafner (26, defensives Mittelfeld) und Andreas Deckelmann (22, offensives Mittelfeld) traut der »Jogi« auch in der höheren Liga einiges zu. »Der wird eine Granate, wenn er von Verletzungen verschont bleibt,« kommentiert er den Werdegang des 22-jährigen Marco Trapp. Der 20 Jahre alte Angreifer Gülen Niyazi vom Lokalrivalen Türk Erlenbach hat beim BOL-Meister unterschrieben. Mit weiteren Spielern aus unteren Klassen laufen Gespräche. Der Wunsch des Trainers, noch zwei erfahrene Abwehrrecken zu verpflichten, wird wohl unerfüllt bleiben; sie sind für den Aufsteiger zu teuer. Aus dem Juniorenbereich ergänzen sieben hoffnungsvolle Nachwuchskräfte den Kader. Den Sportverein verlassen Ersoy Sepik, Bülent Oguz (beide TuS Röllbach), Peter Gerber (Ende der Laufbahn), Thomas Endres (TSV Amorbach) und Manuel Künzig (TSV Collenberg). Joachim Hufgard schätzt die Chancen, sich in der Landesliga zu behaupten, besser als 2002/2003 ein. »Es wird für mich kein verflixtes siebtes Jahr als Trainer in Erlenbach werden«, ist er zuversichtlich. »Aller guten Dinge sind drei!« In der Meisterschaftsfrage tippt er auf Hof, Bamberg, Sand und Kahl.                                                                       
  red                                       
                  
 

 

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