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»Kein verflixtes siebtes Jahr«
Erlenbach.
Rechtzeitig zum 85-jährigen Bestehen haben sich
die tüchtigen Kicker des SV Erlenbach selbst das
schönste Geburtstagsgeschenk gemacht: Sie wurden
Meister in Unterfrankens Fußball-Bezirksoberliga
(BOL) und steigen nach einem Jahr Abstinenz
wieder in die Landesliga Nordbayern auf.
Am Ende einer spannenden Saison hatten die
Hufgard-Buben knapp die Nase vorn, gefolgt
von Bayern Kitzingen. Mit Erlenbach wurde die
Mannschaft mit den wenigsten Niederlagen (drei)
und den wenigsten Gegentoren verdient Meister.
277 Fans besuchten im Durchschnitt die
Heimspiele auf dem Waldsportplatz. Die Elf aus
dem Mainstädtchen war daheim und auch in der
Fremde am erfolgreichsten. 24 Aktive wurden
eingesetzt. Insgesamt 15 Torschützen trafen
69-mal ins Schwarze. Am besten zielte Andreas
Deckelmann (13 Treffer) vor Marco Trapp (11) und
Ersoy Sepik(10).
Jetzt will der Traditionsverein zum zehnten Mal
in der »Nord« den Großen das Fürchten lehren. In
jüngster Vergangenheit musste Erlenbach nach zwei
Aufstiegen postwendend diese Klasse wieder
verlassen. Dies soll beim dritten Versuch kein
Thema sein. Nicht nur die 600 Mitglieder,
darunter 270 Jugendliche, fiebern der Saison
2004/2005 entgegen. Das ganze Umland freut sich
auf Bayern Hof, Würzburger FV, 1. FC Bamberg, FC
Sand, Viktoria Kahl und Alemannia Haibach. Die
Verantwortlichen lassen sich auch in der
Landesliga auf keine finanziellen Abenteuer ein
und planen mit einem Etat in Höhe von 60.000
Euro. Das ist exakt der gleiche Betrag wie vor
zwei Jahren.
Für Trainer Joachim Hufgard - im sechsten Jahr in
Erlenbach - galt es nach dem Abstieg aus Bayerns
zweithöchster Amateurklasse, erst einmal einen
weiteren Durchfaller zu verhindern. Die Truppe
wurde optimal verstärkt und »schon während der
Vorbereitungszeit hatte ich das Gefühl, wir
können es wieder packen«. Die Balltreter um
Kapitän Carlo Rittger mischten zu Beginn gleich
vorne mit, fielen dann aber im Oktober 2003 mit
fünf sieglosen Spielen in ein tiefes Loch.
Meisterschaft ade? Denkste! Mit zähem Fleiß und
unbändigem Kampfgeist kletterte das Team bis zur
Winterpause auf den dritten Tabellenplatz.
Erfolge gegen Kitzingen, Röthlein und
Frammersbach ebneten im Frühjahr den Weg an die
Spitze. »Der Zusammenhalt, die Kameradschaft und
ein hervorragender Gemeinschaftsgeist waren die
Grundlagen für den erneuten Titelgewinn in der
BOL«, so Hufgard.
Auch in der Landesliga setzt Joachim Hufgard
vorrangig auf das Kollektiv. Dem
Hurrastil früherer Tage (»da mussten wir viel
Lehrgeld bezahlen«) erteilt er eine klare Absage.
Seine Elf hat noch immer Nachholbedarf, wenn sie
ein Spiel machen soll. Deshalb lautet seine
Taktik: Aus einer sattelfesten Abwehr mit
schnellen Kontern die notwendigen Tore
machen.
Bei der Operation Klassenerhalt vertraut der
Übungsleiter vor allem den Korsettstangen. Der 31
Jahre alte Ghanese Maik Osei ist auf dem
Liberoposten einer der besten seines Fachs in
dieser Klasse. Manndecker Carlo Rittger - der
einzige, der seit Anfang der »Erlenbacher Aera
Hufgard« dabei ist - kann der Truppe mit seiner
Erfahrung viel helfen, ist mit 26 Jahren beileibe
kein Greenhorn mehr. Bernhard Hafner (26,
defensives Mittelfeld) und Andreas Deckelmann
(22, offensives Mittelfeld) traut der »Jogi« auch
in der höheren Liga einiges zu. »Der wird eine
Granate, wenn er von Verletzungen verschont
bleibt,« kommentiert er den Werdegang
des 22-jährigen Marco Trapp. Der 20 Jahre alte
Angreifer Gülen Niyazi vom Lokalrivalen Türk
Erlenbach hat beim BOL-Meister unterschrieben.
Mit weiteren Spielern aus unteren Klassen laufen
Gespräche. Der Wunsch des Trainers, noch zwei
erfahrene Abwehrrecken zu verpflichten, wird wohl
unerfüllt bleiben; sie sind für den Aufsteiger zu
teuer. Aus dem Juniorenbereich ergänzen sieben
hoffnungsvolle Nachwuchskräfte den Kader. Den
Sportverein verlassen Ersoy Sepik, Bülent Oguz
(beide TuS Röllbach), Peter Gerber (Ende der
Laufbahn), Thomas Endres (TSV Amorbach) und
Manuel Künzig (TSV Collenberg). Joachim Hufgard
schätzt die Chancen, sich in der Landesliga zu
behaupten, besser als 2002/2003 ein. »Es wird für
mich kein verflixtes siebtes Jahr als Trainer in
Erlenbach werden«, ist er zuversichtlich. »Aller
guten Dinge sind drei!« In der
Meisterschaftsfrage tippt er auf Hof, Bamberg,
Sand und
Kahl.
red
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