Verkauf ehem. Eintracht Sportheim

Aus dem Main-Echo vom 21.10.2004
 
 

 

 

Home | Impressum

 

Der Verein renoviert, die Stadt kauft

Für 150000 Euro übernimmt Erlenbach Jugendhaus vom Sportverein

Erlenbach. Maurer und Dachdecker gehen ihrer Arbeit nach, auch der Glaser kommt zum Zug: Das Erlenbacher Jugendhaus wird auf Vordermann gebracht. Die Stadt kauft das Gebäude für 150000 Euro. Am 28. Juni hat der Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen, das Haus zu erwerben, so Bürgermeister Michael Berninger. Am 1. Januar soll es in den Besitz der Kommune übergehen. Seit 1992 gibt es einen Pachtvertrag mit dem SV Erlenbach, dem Noch-Eigentümer, monatliche Pacht: rund 1117 Euro. Dieser Kontrakt sei zum 1. November 2003 gekündigt worden, sagte der Rathaus-Chef. Man habe ihn dann für die Dauer der Verkaufsverhandlungen bis Jahresende 2004 verlängert - ohne den Passus, dass die Stadt für Renovierungsarbeiten zuständig sei und sie bezahlen müsse. Dieser Passus war es auch, der das Hauptargument für den Kauf lieferte. Berninger: »Es macht keinen Sinn, in ein Gebäude zu investieren, das einem nicht gehört.« Das ist nun vorbei. Derzeit ist der SV Erlenbach am Zug. Er ist verantwortlich für die laufenden, im wesentlichen drei Arbeitsschritte: Das undichte Dach wird erneuert, eine neue Heizung plus Kamin installiert, der große Saal bekommt eine abgemauerte Fensterfront. Wenn die Handwerker ihren Job erledigt haben, steht dem Geschäft nichts mehr im Weg.

Wasser eingedrungen

Derzeit gibt es ein Problem: Am Donnerstag vergangener Woche sei über das Dach Wasser ins Haus eingedrungen, teilte SVE-Vorsitzender Udo Berninger mit. Decke und Fußböden seien im Mitleidenschaft gezogen - ein Fall für die Versicherung. Die Arbeiten verzögerten sich dadurch um etwa drei Wochen. Mitte November, so der Vereins-Chef, sollen die Handwerker fertig sein. Ab nächster Woche könne das Erlenbacher Jugendhaus - zumindest eingeschränkt - wieder öffnen. Vereinbart ist laut Bürgermeister Michael Berninger für die 150000 Euro eine Ratenzahlung. Läuft alles nach Plan, soll der SVE am 1. Januar 75000 Euro erhalten, in den drei Folgejahren wird die Stadt jeweils 25000 Euro an den Sportverein überweisen. Ursprünglich habe das Jugendhaus 100000 Euro kosten sollen, so der Bürgermeister. Die Renovierungsarbeiten hätten die Stadt aber mehr Geld gekostet als den Verein. Deshalb sei man übereingekommen, dass der SVE das Haus herrichtet und dann an die Kommune für 150000 Euro verkauft. Hintergrund: Die Mitglieder packen mit an. Sie tragen dazu bei, dass sowohl ihr Verein als auch ihre Stadt Geld spart. 50000 Euro investiert der Verein nach Angaben von Udo Berninger vor dem Verkauf in das Gebäude. Bleiben also 100000 Euro. Und die sind schon verplant: Das Viktoria-Heim des SVE bekommt neue Toiletten, Umkleidekabinen und Duschen. Kosten: rund 85000 Euro. Die restlichen 15000 Euro werden auf die hohe Kante gelegt und sind gemäß eines Vorstandsbeschlusses ausschließlich für weitere Sanierungsprojekte verwendbar. Bürgermeister Berninger ist wichtig, dass das Jugendhaus auf Dauer der Stadt erhalten bleibt. Mit dem Kauf werde dies gewährleistet. Damit waren in der nicht-öffentlichen Ratssitzung Ende Juni indes nicht alle Kommunalpolitiker einverstanden. Nach Angaben Michael Berningers fiel die Entscheidung für den Kauf mit 15:7 Stimmen quer durch die Fraktionen aus. Ausschlaggebend für die Gegenstimmen waren finanzielle Überlegungen: Mit dem Erwerb müsse die Stadt das Gebäude auf Dauer erhalten - egal, ob dafür Geld in der Kasse sei oder nicht.

»Nur was sein muss«

»Die Arbeiten sind auf jeden Fall nötig. Das Jugendhaus wird ein anderes sein, es wird einladender.« Diplom-Sozialpädagoge Rudi Reißmann, Leiter der städtischen Einrichtung, verspricht sich einiges von der neuen Situation. Er hält weitere Maßnahmen im Innern des Gebäudes für erforderlich. Zum Beispiel müssten die Toiletten hergerichtet werden. »Da ist die Stadt gefragt.« Bei Streicherarbeiten würden die Jugendlichen selbst aktiv werden. Der Bürgermeister hat nicht vor, groß in die Innenrenovierung einzusteigen. »Gemacht wird nur, was unbedingt sein muss.« Dass Reißmann und sein Kollege Ralf Diener im Jugendhaus einen guten Job machen, ist im Stadtrat unumstritten. In regelmäßigen Abständen erntet der Jugendhausleiter für seine Berichte Lob. Das Angebot haben Reißmann und Diener kontinuierlich ausgebaut. 170 Jugendliche kommen pro Woche in das Haus an der Liebigstraße, so Reißmann. Einfach mal vorbeikommen, Leute treffen, spielen, Musik hören - das ist die eine Seite des Angebots (offener Bereich: montags bis freitags außer dienstags 14bis 21 Uhr, dienstags 14 bis 17 Uhr). Daneben gibt es Gruppentermine: kreativer Mädchentreff, Breakdance, Kinderbibelkreis, zwei Bands, die im Haus üben. Rund 60 Kinder und Jugendliche besuchen die Gruppenstunden. Einmal im Monat geht ein Konzert über die Bühne. Matthias Schwind

Info: Jugendhaus: 09372/4134, E-Mail: jugendzentrum@stadt-erlenbach.de 

Fotos: Schwind

 

 

 

 

 

 

 

Kontakt | Impressum | Seitenanfang

 
 © webteam sv erlenbach